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Beikraut

Eigentlich haben die Pflanzen, die wir so hassen, die Bezeichnung “Unkraut” nicht verdient darum heißt dieser Zettel beim mir auch Beikraut.

Was ist eigentlich Unkraut?

Unkraut wird anscheinend alles genannt was nicht gepflanzt wurde. Sozusagen alles was uns die Natur schenkt ist Unkraut. Wenn wir was geschenkt bekommen freuen wir uns in der Regel doch. Warum ist das bei Pflanzen die ungewollt wachsen nicht so, obwohl man Unkräuter1 auch nutzen und essen kann.

Warum gibt es Unkraut?

Aus der Sichtweise der Natur gibt es kein Unkraut.

Wieso gedeiht Unkraut auf offenen Boden so gut?

Im Boden warten tausende von Samen auf die richtigen Bedingungen um zu keimen. Da Beikräuter eine Keimfähigkeit bis zu 80 Jahre besitzen kommt irgendwann der Tag an dem es besonders gut passt und die Pflanzen fangen an aus dem Boden zu sprießen.

Anscheinend mag es der Boden nicht wenn er nackt ist.

Wieso wurde es noch nicht ausgerottet?

Es gibt Allerweltsbeikräuter die so viel Samen produzieren dass es nicht mal wir schaffen diese auszurotten aber ein Drittel der einheimischen Beikrautarten sollten schon auf der Roten Liste stehen.

Wer sich dafür interessiert kann sich die Liste der gefärdeten Pflanzen (PDF) von der Seite des Bayerisches Landesamt für Umwelt2 herunter landen.

Welche Möglichkeiten habe ich um das Unkraut zu vernichten?

Einfach die Suchmaschine deiner Wahl befragen. Ob es richtig ist musst du mit dir selbst ausmachen.

Warum wird Unkraut bekämpft?

Weil wir uns die Erde zum Untertan machen sollten3 oder auch weil wir es nicht besser wissen!

Unkraut besser gesagt das Allerweltsunkraut sollte man schon regulieren sodass die Nutzpflanzen die wir anbauen auch eine Chance haben. Bekämpfen oder gar Vernichten geht aber meiner Meinung zu weit.

Kann ich das Unkraut für mich nutzen?

Ja, früher sollten die Bauern einen neu erarbeiteten Acker erst ein Jahr brach liegen gelassen haben. Anhand der Beikräuter die darauf wuchsen wurde dann bestimmt wie der Zustand des Boden ist und was darauf angebaut werden kann.

Beikräuter verbessern auch den Boden. Tiefwurzler lockern den Boden und beseitigen Verdichtungen. Andere Beikräuter geben über die Wurzeln Stoffe ab die Pilze abwehren oder Stickstoff im Boden binden und nebenbei fördern sie die Humusbildung.

Unkraut der Bodendoktor

Beikräuter dienen auch als Zeigerpflanzen. Sie warten nur darauf bis bestimmte Bedingungen eintreffen um loslegen zu können. Sie geben aber dadurch auch Hinweise was nicht stimmt und helfen uns gezielt mit beizutragen den Boden zu verbessern.

Unkraut ein Phänomen das auch wieder verschwindet

Wenn Unkraut so dominant wäre dann würde unsere Welt nur mehr aus Unkraut bestehen. Unkraut verschwindet auch wieder und das ganz von selbst. Hat sich der Boden erholt so dass er von anderen Pflanzen genutzt werden kann werden diese das Unkraut auch verdrängen.

Unkraut bekämpfen – Die Ausnahme

Es gibt aber auch Unkräuter die man bekämpfen sollte. Unkräuter die, Dank der Globalisierung, eingeschleppt werden. Sogenannte Neophyten. Diese Unkräuter haben keine natürlichen Feinde oder Konkurrenten. Als Beispiel nenne ich die Pflanzen Parthenium hysterophorus, die zur Zeit Teile von Afrika erobert. Bei solche Unkräutern hilft eine Regulierung nicht viel. Diese muss man dann wirklich bekämpfen.

Die Sichtweise bestimmt das Unkraut

Roggen aber auch der Feldsalat sollte im Mittelalter als Unkraut gegolten haben. Auch heute noch werden Nutzpflanzen die vor kurzen noch angebaut wurden plötzlich zum Unkraut degradiert.

Stroh ist zu locker, und weil es nicht nennenswert nass wird, faellt es ja auch nicht zusammen, sondern wuerde noch Jahre so herum liegen. Frisches Stroh hat allerdings noch einen weiteren Nachteil, der nicht zu unterschaetzen ist. Stroh enthaelt immer noch Getreidekoerner, die im Laufe der Zeit alle keimen. Ich habe sooooo viel Getreide ausgerissen, immer und immer wieder, das hat wirklich keinen Spass mehr gemacht.

Quelle: Wichtige Hinweise fuer den Gemueseanbau im Folientunnel, oder von einem, der auf hohem Niveau klagt. (Video) | Neulich im Garten


Das Kraut gehört zu den so genannten Neophyten. Dazu zählen Pflanzen, die nach der Entdeckung Amerikas 1492 in Regionen verschleppt wurden, in denen sie ursprünglich nicht vorkamen. Die Heimat des Knopfkrautes ist Peru. Im 18. Jahrhundert pflanzten die Europäer es in botanischen Gärten an. In Frankreich soll es aufgrund der wohlschmeckenden Blätter sogar als landwirtschaftliche Kultur angebaut worden sein.

Quelle: Das Franzosenkraut ist lästig, aber lecker | Industrieverband Agrar


Es gibt kein Unkraut: Besonders liegt es uns am Herzen, dass wir Bauern die blinde Scheu vor dem Unkraut ablegen und die Schöpfung als perfekt betrachten! Wenn man die „Unkräuter“ als „Heilkräuter“ anerkennt, lässt es sich viel einfacher wirtschaften! Nur weil ein Feld in einem Jahr viele Un-, Bei- und „Heilkräuter“ hat und diese auf dem Feld ausreifen, heißt das noch lange nicht, dass dieses Feld für immer stark verunkrautet sein wird. Jedes „Kraut“ zeigt uns mittlerweile an, wie es dem Boden geht. Wenn beispielsweise plötzlich Ampferprobleme auftreten, dann hat man zuvor einen Fehler gemacht (zB. zu feuchte Bodenbearbeitung). Die „Starkwurzler“ mit groben Stängeln und großen Wurzeln (Ampfer, Distel, Kamille, Melde, Amaranth) sind für die grobe Arbeit (die groben Reparaturen) notwendig und für die Bodenlockerung zuständig. Die „Feinwurzler“ wie z.B. Hühnerdarm, Franzosenkraut, Klettenlabkraut, Taubnessel… machen dann die feine Krümelung (die feinen Reparaturen) - jede Pflanze hat in der Natur seine Aufgabe. Allen Pflanzen ist jedoch eines gemein: Sie wollen den Boden intensiv durchwurzeln und Beschatten, denn das ist sein natürlicher Zustand in dem er sich verbessern kann! Es gibt also keine „Unkräuter“ sondern nur „Heilkräuter“ für den Boden!

Quelle: Biohof Brunner - Bodenfruchtbarkeit, Humusaufbau, Beratung, Bioprodukte - Beschreibung

Sprüche rund ums Unkraut

“Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind.” (Ralph Waldo Emerson)

“Traue nicht dem Ort, an dem kein Unkraut wächst.” (unbekannt)

“Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner!” (O. Kokoschka)

Beikraut Bestimmung

Auf der Seite gibt es ein schönes kleines online Programm, mit dem man die Beikräuter bestimmen kann.


  1. Werden Unkräuter genutzt bekommen diese auch gleich einen anderen Namen, „Naturkräuter“.

  2. In der Tabelle sind Abkürzungen. Die Erklärung der Abkürzungen findest du in dieser PDF Datei.

  3. 1.Mose 1,28

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