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Biokohle ?!?

Wer sich mit der Verbesserung des Bodens beschäftigt wird früher oder später auch über die schwarze Erde (Terra preta) stolpern. Ein Hauptbestandteil dieser Erde ist Holzkohle. Holzkohle hat aber einen schlechteren Ruf als man glaubt. Wahrscheinlich werde ich den Grill Freunden unter euch gleich auf die Füße treten aber was wahr ist muss auch gesagt werden.

Jedes Jahr landen etwa 300.000 Tonnen Holzkohle auf Deutschlands Grills. Leider ahnen die meisten Grillfans nicht, dass sie Tropenholz verfeuern, denn auf den Verpackungen ist nicht gekennzeichnet, woher das Holz stammt. Doch knapp zwei Drittel der benötigten Holzmenge stammt aus südamerikanischen Tropenwäldern, aus Argentinien, Paraguay und Bolivien.

Quelle: http://www.nabu.de/oekologischleben/essenundtrinken/15000.html

Ob die Holzkohle aus vertretbaren Quellen kommt kann man als Verbraucher nicht 100 % bestimmen -> Video. Somit kommt für mich Holzkohle aus dem Handel, für die Herstellung einer solchen Erde, nicht in Frage.

Auf der Suche wie man Holzkohle selbst herstellen kann und ob es für mich überhaupt vertretbar ist bin ich auf die Biokohle gestoßen. Die Herstellung der Biokohle ist komischerweise schon 100 Jahre bekannt. Stellt sich die Frage warum dieses Wissen so lange verdrängt wurde.

Das Verfahren zur Schnellherstellung von Kohle ist Wissenschaftlern lange bekannt. Schon 1913 hat es Friedrich Bergius in einem Aufsatz beschrieben. Nun, fast hundert Jahre später, will Friedrich von Ploetz, Geschäftsführer der Firma SunCoal, die Biokohle am Markt etablieren. Dafür hat der Diplomkaufmann sogar seinen gut bezahlten Job bei der Unternehmensberatung Roland Berger aufgegeben.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hannover-messe-technik-fuer-die-energiewende-a-829607-3.html

Die Herstellung von Biokohle scheint recht interessant zu sein. Zumal nicht nur Brennstoff sonder auch Kohle zur Bodenverbesserung produziert wird. Und das aus Abfall der eigentlich in jedem Haushalt anfällt, “Biomüll”.

Interessantes Video dazu.

Das Ganze kommt aber anscheinend nur schleppend in Schwung. Wäre aber eine Interessante alternative zu den Biogas Anlagen die zur Zeit wie Schwammerl aus dem Boden schießen.

Die Erzeugung von Biogas aus Grünmasse ist in den vergangenen Wochen zunehmend in die Kritik geraten. Der dazu nötige Maisanbau würde die ökologische Vielfalt einschränken. Die Gewinnung von Energie aus Rohstoffen, die grundsätzlich zur Lebensmittelherstellung geeignet wären, sei moralisch fragwürdig, lauten 2 der Argumente gegen die steigende Zahl von Biogasanlagen.

Eine neue Form der Biomasse-Nutzung könnte hier Abhilfe schaffen: Die Umwandlung von Grünabfällen in einen kohle-ähnlichen Stoff. Durch Druck und heißes Wasser wird bei der sogenannten hydrothermalen Carbonisierung (HTC) biologischer Abfall in Biokohle umgewandelt. Das Produkt ist vergleichbar mit Braunkohle, allerdings wesentlich klimafreundlicher.

Quelle: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/09/46770/

Nachtrag: Gerade noch einen Bericht auf Bayern2 / IQ - Wissenschaft und Forschung gefunden. Der Beitrag stammt vom Anfang des Jahres 2012 und behandelt ebenfalls das Thema Biokohle bzw.Terra Preta.

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