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Blumenwiese

2010-12-20

Wer kennt sie eigentlich noch die Blumenwiese. Heutzutage hat man nur mehr kurz geschorene, Herbizit behandelte überdüngte grüne Teppiche. Die nicht mehr viel mit einer Wiese zu tun haben. Dabei ist die Wiese Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und Säugetiere.

Mit diesem Artikel möchte ich aufrufen, 2015 ein Teil seines Rasens der Natur zurück zu geben und diesen in eine Blumenwiese zu verwandeln.

Wer sich für einen solchen Schritt entscheidet sollte sich im klaren sein dass dieses Vorhaben nicht 2015 abgeschlossen ist. Ich gehe mal von ca. sechs Jahren aus. Ja sechs Jahre dauert es einen Rasen in eine Blumenwiese zu verwandeln. Es muss sich eine Pflanzengemeinschaft bilden die im Einklang mit der Natur steht. Dabei sollte man sich auch von seiner Idealvorstellung verabschieden. Nicht alle Blumen werden sich auf der neuen Fläche wohl fühlen.

Nicht jede Wiese ist gleich

Die Art der Blumenwiese hängt sehr stark von der Lage des Grundstückes ab. Eine einer Stadtsiedlung sind weniger natürliche Samenspender als in einer ländlichen Lage. Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine nicht unwichtige Rolle. Nicht alle Wildkräuter fühlen sich auf jedem Boden wohl. Für die Blumenwiesen gilt je ärmer der Boden, desto reicher die Vielfalt!

Aussichten für die Zukunft

Eigentlich ist eine Blumenwiese nicht nur eine Bereicherung für die Natur. Auch für uns bleibt dabei einiges übrig. Wird dürfen keinen Dünger mehr verwenden. Die Stickstoff Zufuhr muss eingestellt werden. Der Einsatz von Herbiziden ist natürlich verboten. Die Häufigkeit des Mähens muss man drastisch reduzieren. Der Rasenmäher hat ausgedient und wird gegen eine Sense1 eingetauscht.

Vorbereitung zur Blumenwiese

Als erstes sollte der Rasen ganz kurz geschnitten werden, so kurz wie möglich. Der letzte Einsatz des Rasenmähers. Die Wildkräuter bekommen so einen kleine Vorsprung im Kampf um das Licht. Man kann an verschiedenen Stellen auch die Grasnarbe entfernen. Kleine kahle Inseln auf denen der Konkurrenzkampf nicht so groß ist.

Dann gilt es abzuwarten was uns durch Samenflug aber auch durch Vogelausscheidungen geliefert wird. Hier ist natürlich Geduld gefragt. Der Boden muss abmagern das Wurzelwerk der Grasnarbe muss aufbrechen so dass eine lockere Krümelstruktur entsteht und sich die Wildkräuter ansiedeln können.

Um die Abmagerung des Bodens zu beschleunigen kann man auch ein Gemisch aus Sand und Kalk aufbringen und einarbeiten. Ausserdem wird dadurch auch der Säuregehalt des Bodens verringert.

Natürlich kann man sich auch Saatgut besorgen, sollte sich aber bewusst sein dass sich Wildkräuter nicht überall wohlfühlen. Mischungen aus dem Gartencenter sind da eher nicht zu empfehlen da die meisten Mischungen nicht an die betreffende Region angepasst sind. Vielleicht findet man eine Landwirt der auf einer intakten Wiese noch Heu macht. In diesem Heu befinden sich genügend Wildkräuter Samen. Einfach das Heu über der Wiese ausschütteln. Den Rest können sich dann die Kaninchen schmecken lassen.

Pflege der Blumenwiese

Haben sich die Wildkräuter angesiedelt kommt der gemütliche Teil. Mähen muss man nur mehr zwei bis drei mal im Jahr. Ich empfehle ab einer Höhe von 30 - 40 cm. Gemäht wird mit der Sense, kein Lärm, kein Gestank und man kann mähen wann man will. Der Nachbar stört sich mit Sicherheit nicht daran.

Man darf nicht einmal alles auf einmal mähen. Ein Drittel muss reichen, den Rest bitte für nächstes mal aufheben sodass die Insekten, die sich Ihren Garten als neues Wohnzimmer ausgesucht habe, auch die Gelegenheit bekommen umziehen zu können.

Für die restliche Zeit heißt es “Blumenwiese geniessen”.


  1. Wer mit einer Sense nicht umgehen kann sollte sich nach einem Sichelmäher oder Balkenmäher umsehen.

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