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Warum Bio und nicht Permakultur?

Im Artikel Die BIO Industrialisierng habe ich schon anklingen lassen was ich von den jetzigen Bio dingsbums 1 halte.

Nun gibt es aber auch die Permakultur Bewegung. Permakultur gibt es ja eigentlich schon lange, die Anfänge gehen auf Mitte 1970 zurück. Warum aber wurde dieses nie richtig aufgegriffen?

Auf der Seite http://www.transition-initiativen.de/ habe ich eine schöne Antwort gefunden. Besser kann man es eigentlich nicht in Worte fassen.

Ich versuchs mal mit einer Antwort: Wenn ein Landwirt sich überlegt, aus dem konventionellen System auszusteigen, ist die Änderung auf “Biolandwirtschaft” viel einfacher: Er tritt einem Verband (Bioland, Demeter…) bei, hält sich an die Verbandsregeln und ist nach einigen Jahren Umstellungszeit Bio-Betrieb. Die Änderung, die für eine PK-Umstellung gemacht werden müsste, ist viel tiefgreifender: Da geht es nicht mehr darum, möglichst viel z.B. Weizen von einem Feld zu holen, sondern den Betrieb auf viele unterschiedliche Erträge umzustellen. Unser PK-Bauer in Spe hat vielleicht bisher Getreide angebaut, nun müsste er sich um Getreide, Obst, Hühner, Bienen….. kümmern und sich mit all dem auskennen. Zudem kann man, weil man dann vom einzelnen Ertrag nicht so viel hat, wieder nicht gut in die großen Vermarktungsstrukturen verkaufen. Zu einem PK-Bauernhof gehört also eigentlich ein PK-Bauernladen dazu, damit es funktionieren kann. Also muss unser PK-Bauer auch noch PK-Kaufmann sein, und diese Vielseitigkeit liegt in unserer Gesellschaft, in der wir auf extreme Arbeitsteilung getrimmt werden, nicht vielen. Dazu kommt, glaube ich, daß die PK nicht “kochrezeptartig” organisiert ist: Reicht ein 14-Tages-PK-Zertifikatskurs für unseren PK-Bauern wirklich, um loszulegen? Unser PK-Bauer müsste wohl noch viel experimentieren, bis er wirklich was funktionierendes auf die Beine gestellt hat und die PK-Prinzipien nach dem Motto “kapieren statt kopieren” auf seine Lebenssituation angewendet hat. Ich glaube deshalb, daß die PK ihre Chance in der nächsten Zeit auf der “Konsumenten”-Seite hat: Da kann man - anfangen, sich im eigenen Garten um Lebensmittelerzeugung zu kümmern. - sich (Stichwort CSA) zusammentun und dem Landwirt in der Nachbarschaft klarmachen, was man von ihm will, und daß sein Bauernladen auch Kunden bekommen würde. Auf der Seite (und auf der stehe ich auch als interessierter Laie, der sich mit Permakultur in seinem Hausgarten beschäftigt) existieren viel mehr Freiräume und man riskiert nicht, wie ein umstellender Bauer, direkt seine wirtschaftliche Existenz. Hier sehe ich vor allem ein “Marketing”-Defizit: Man muss noch vielen Leuten klarmachen, daß hier - im Gegensatz zu den anderen Umweltschutz-Rezepten, die alle “Geld kosten” - Umweltschutz, Geld sparen und besser Leben Hand in Hand gehen. PK ist (warum eigentlich?) von den Mainstream-Medien nie groß aufgegriffen worden, mehr als ein paar Sendungen um 23:30 im 3. Programm waren in 30 Jahren nicht drin. Nun haben wir das Internet und soziale Netzwerke, und damit können wir an dem Defizit vielleicht alle gemeinsam was ändern.

Quelle: Einige Fragen und Gedanken zur bzw. an die Permakulturbewegung - Transition Initiativen in D/A/CH


  1. Eine gute Idee die wieder einmal zerstört wurde.

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